Samstag, 23. August 2008

+++ blog wieder up2date +++ studiengangswechsel +++ umzug steht bevor

nach mittlerweile fast zwei jahren der blogabstinenz melde ich mich nun an dieser stelle wieder zurück, um den zahlreichen anfragen bezüglich dem aktuellen stand meines privaten und beruflichen lebens nachzukommen. die zeit, die es mich kosten würde, alle fragen einzeln zu beantworten, kann und will ich derzeit einfach nicht investieren (was allerdings nicht bedeutet, dass ihr mir alle egal seid - bitte nicht falsch verstehen). denn leider hat nicht nur die tägliche mailflut in meinen outlook'schen posteingang überhand genommen, sondern auch die anzahl der studivz-mitteilungen, die ich normalerweise immer (!) beantwortet habe. um mein zeitproblem zu lösen und trotzdem allen gerecht zu werden, erschien mir deshalb eine rückkehr zum bloggen am naheliegendsten, denn auf diese art und weise kann ich ein mal schreiben und alle, die meine schreiberei hier ernsthaft interessiert, können es lesen. es mag ein wenig unpersönlich sein, aber so kann ich quasi alle fliegen mit einer klappe schlagen - wenn man es denn so rigoros ausdrücken möchte ;-)

kommen wir nun also zu den fakten und damit zum aktuellen stand der dinge: ja, ich habe mein studium abgebrochen! aber ich will nicht mit der tür ins haus fallen und das feld deshalb von hinten aufrollen. wie ihr alle wisst, hatte ich nach beendigung des zivildienstes mein psychologiestudium zum wintersemester 06/07 an der goethe-universität in frankfurt begonnen und da lief von anfang an alles gut, ich konnte mich nicht beklagen. ich besuchte nicht sehr viele vorlesungen, mein lernaufwand war gering und die klausurergebnisse übertrafen meine erwartungen. so vergingen die ersten beiden semester wie im flug.

im dritten und vierten semester standen dann die staffelprüfungen für das vordiplom auf dem plan. die vorlesungen erschienen mir größtenteils so uninteressant und langweilig, dass ich sie komplett aus meinem stundenplan strich. wenn eine professorin, ich schätze sie auf anfang fünfzig, im hörsaal vor den studenten steht und mit overhead-folien versucht, einem den stoff näherzubringen, ohne auch nur den geringsten ansatz von interaktion erkennen zu lassen, dann frage ich mich ernsthaft was ich da verloren habe. und da ich kein mensch bin, dem es egal ist wie man mit ihm kommuniziert, fasste ich den entschluss, mir eine derartige vorlesung nicht länger anzutun. ähnlich verhielt es sich mit den anderen vorlesungen. ich begann mich zu fragen, wohin die unsummen an geld geflossen sein könnten, die diese universität durch die studiengebühren eingenommen hatte. in die lehre jedenfalls nicht. der ganze diplomstudiengang schien mir von anfang an ein wenig verstaubt und veraltet, von den profs bis zum stoff - ich erinnere mich an die ältesten der alten psychologischen theorien, die in allen fächern immer wieder auftauchten mit dem aufbauenden schlusssatz "diese theorie ist für die heutige psychologie nicht mehr relevant." und warum muss ich sie dann im detail kennen?? es ist mir bis heute ein rätsel geblieben. eine interessante vorlesung gab es dann doch: sozialpsychologie - nur schade, dass der professor beschlossen hatte, auf englisch zu unterrichten... wenn ich lernen will bevorzuge ich meine muttersprache.

lange rede, kurzer sinn: ich war im dritten und vierten semester so gut wie nie an der uni, lernte frankfurt dafür immer besser kennen und konnte zusätzlich noch längere zeit mit meiner familie in ettlingen und meiner freundin in karlsruhe verbringen. mit dem lernen begann ich (wie immer wenn mich etwas nicht allzu sehr interessiert) viel zu spät. ich hatte mich im 3. semester für vier prüfungen angemeldet und im 4. für die restlichen drei. alle vordiplomsprüfungen waren mündlich zu absolvieren, die angesetzte prüfungszeit lag bei ca. 30 minuten. "mündliche prüfung" - ein synonym für glücksspiel, es kam auf die richtigen fragen an. manche erwischten einfachste fragen, andere hatten dafür umso härtere nüsse zu knacken. ich würde rückblickend betrachtet sagen die schwierigkeit meiner prüfungen lag insgesamt im durchschnitt. mehr als eine woche habe ich für keine prüfung gelernt, teilweise sogar nur drei tage. hätte ich mich an den literaturlisten der profs orientiert, dann hätte ich die bib ein halbes jahr nicht mehr verlassen dürfen und mein privatleben an der garderobe abgegeben. zum glück lernte ich ausschließlich aus skripten, die von leidensgenossen vor meiner zeit in einem anfall von unerschütterlichem ehrgeiz verfasst worden waren. außer bio hab ich alles gut bestanden, die wiederholungsprüfung in bio lief dann auch gut. meine vordiplomsnote: 2,0.

der entscheidende grund dafür, dass ich bereits fünf minuten nach dem abholen meines vordiplomszeugnisses, auf das ich ja letztlich zwei jahre mehr oder weniger hingearbeitet hatte, am exmatrikulationsschalter stand um die uni zu verlassen, war jedoch nicht das grundstudium. denn ich weiß, dass man sich da in fast jedem studiengang durchquälen muss und dass es dann im hauptstudium erst wirklich interessant wird. normalerweise. für mich wohl eher nicht.

denn meine ursprüngliche motivation, mich für ein psychologiestudium zu bewerben, war der bereich "arbeits- und organisationspsychologie", kurz: wirtschaftspsychologie. das war es, was mich interessierte. weder pädagogische noch klinische psychologie. das problem für mich bestand nun darin, dass die beiden zuletzt erwähnten bereiche etwa 70 prozent des hauptstudiums ausmachen und wirtschaftspsychologie nur 30 prozent. "hast du das denn vorher nicht gewusst?" - doch, ich wusste das. natürlich hatte ich mich vor beginn des studiums ausgiebig über alles informiert! leider nicht ausgiebig genug. aber das war mir vor dem studium auch überhaupt nicht möglich! ich war immer davon ausgegangen, dass ich klinische und pädagogische "mitschleppen" kann, dass ich es schaffe das mitzulernen. ich habe spät gemerkt, dass mir die beiden bereiche überhaupt nicht liegen. denn alles, was ich in den letzten zwei jahren darüber gehört oder gelesen habe, interessiert mich wirklich null. und das sind keine guten voraussetzungen, wenn man noch weitere dreieinhalb jahre ins studium investieren muss und dicke bücher wälzen sollte. wie gesagt, ich habe das alles spät festgestellt - aber nicht zu spät! denn das vordiplom hab ich jetzt in der tasche und das ist immerhin der abschluss des grundstudiums - der optimale zeitpunkt, das studienfach ohne lücke im lebenslauf zu wechseln.

da ich schon länger mit einem wechsel geliebäugelt habe, fasste ich also den entschluss, mich nach einer alternative umzusehen. und dank robin, einem freund aus frankfurt, der mir ausführlich und interessant von seinem studiengang zu berichten wusste, wurde mein interesse für "medienwirtschaft" geweckt - ein sehr moderner studiengang, mittlerweile natürlich auch mit bachelor/master als abschluss und ausschließlich angeboten an der hochschule der medien in stuttgart. ein studiengang mit perspektive. interessant. modern. profs unter 40!! neue medien. kino. fernsehen. radio. tonstudio. internet. meine interessensgebiete voll abgedeckt! naja so verlief zumindest mein erstes "brainstorming". natürlich ist nicht alles gold, was glänzt und selbstverständlich hat auch dieses studium seine tücken. aber ich will an dieser stelle nicht zu ausführlich schreiben, wahrscheinlich hat die hälfte aller leser sowieso bereits aufgegeben und aufgrund meiner schreibwut schon längst die flucht von dieser seite ergriffen. deshalb sollten alle, die auch darüber mehr wissen wollen, einfach hier oder hier klicken. ich hab mich jedenfalls darauf beworben und vor zwei wochen kam die zusage. es wurden nur 60 von 670 bewerbern genommen!! "gott hab ich ein glück" war mein erster gedanke, "mach ichs oder mach ichs nicht?" mein zweiter. schwere entscheidung! kognitive dissonanz... wohnung in frankfurt, neuer freundeskreis in frankfurt, zwei jahre lang spaß in frankfurt. aber es gibt sachen, die haben vorrang - "superordinate goals" sozusagen. das studium ist ein solches goal für mich - also hab ich mich schweren herzens für den wechsel entschieden, ein auge lachend, ein auge weinend... aber immerhin mit der überzeugung: ich mache das richtige.

so. meine finger beginnen zu schmerzen... zu viel getippt (aber nicht wettsüchtig!). zum abschluss ein kurzer blick in die nahe zukunft: wohnung in frankfurt muss geräumt werden, wohnung in stuttgart muss gesucht und gefunden werden, umzug muss bald über die bühne gehen, zeit dafür bis zum 5. oktober (am 6. gehts los!), bald mehr news.

liebste grüße an euch alle da draußen.

1 Kommentar:

Andrea Haefner hat gesagt…

Gute Entscheidung...manchmal muss man einfach konsequent sein und rechtzeitig die Richtung wechseln....LG aus Down Under und viel Erfolg!!!